"Mami, noch
ein Eis!" - Familientag am Berg
Bei strahlendem Sonnenschein rief der Berg am Kinder- und
Familientag natürlich auch unsere Redaktion. Die besteht
aus einem freud- und leidgeprüften Familienvater und
einer Frau mit dem Motto "Kinderfrei - Spaß
dabei" und wollte möglichst objektiv feststellen,
was den kleinen Berggästen an diesem Tag besonders gut
gefällt. Uns interessierte auch, ob die
Sonderpreis-Aktion der Schausteller für die Nerven der
bergsteigenden Eltern genauso gut ist wie für ihren
Geldbeutel... (Wenn heute alles billiger ist, kann ich
doch noch ein Eis haben, Mami, oder?)
Wir starteten unsere Tour am Entlas-Keller
und fanden dort dichtbesetzte Bänke - aber kaum ein
einziges Kind. Hier schien der Anlaß zur Zusammenkunft
in den meisten Fällen ein Geschäftsessen zu sein. Wir
fragten zunächst die "Fränkischen
Straßenmusikanten", die jedes Jahr am
"Entla's" spielen, ob sie dafür eine
Erklärung hätten - leider ohne Ergebnis.
Nur die Klarinettistin, selbst Mutter von
drei Söhnen, meinte augenzwinkernd: "Uns freut es
eigentlich immer, wenn die Kids zu unserer Musik
herumhüpfen. Aber wenn die heute alle in den Karussells
sitzen, ist es uns auch recht. Dann klettern sie nicht
dauernd auf die Bühne, und dann werfen sie auch keine
Instrumente um..." Noch blieb der Grund für die
Absenz von Familien am "Entla's" also im
Dunklen, und so wandten wir uns an den Wirt persönlich.
Da nirgendwo, wie sonst an den Kellern üblich, ein
Schild mit den Preisnachlässen hing, fragten wir ihn
unbefangen, welche Aktionen er sich denn für die
Familien für heute ausgedacht habe. O-Ton Engelhardt: "Wir
begrüßen sie herzlich." Aha.
Wir
setzten unseren Weg fort und trafen eine Menge von
Kindern in Begleitung durchweg entspannter
Erziehungsberechtigter an den anderen Kellern. Überall
wurden alkoholfreie Getränke bis 18 Uhr mindestens eine
Mark billiger verkauft. Vor allem aber drängte sich die
Menge im "Einzugsgebiet" sämtlicher
Fahrgeschäfte, bei denen es jede Fahrt zum halben Preis
gab, und vor den Verkaufswagen mit all den leckeren
süßen Sachen, die von der Zahnarztfrau im Fernsehen
normalerweise verboten werden. 
Natürlich hatte auch das Kasperltheater regen Zulauf,
und viele Kinder ließen ihre Gesichter phantasievoll bemalen
(nein, Sebastian, nicht an der Bluse von der Lisa
abwischen....)
Einige Besucher haben uns
von ihren - sehr unterschiedlichen - Erfahrungen mit dem
Familientag erzählt und sich auch furchtlos vor die
Kamera gestellt - (Mami, der Mann macht ein Foto, und
dann kommen wir ins Internet...)
"Wir
sind die Familie Meier - großes M und so weiter, das
können Sie ruhig schreiben." Die Gäste aus
Eltersdorf sind bester Laune, und ihre beiden Zwillinge
Johannes und Michael feiern heute sogar ihren zweiten
Geburtstag hier auf dem Berg! Tochter Bettina ist schon 6
und geht lieber allein ins Kasperltheater. Die Eltern
nebst Schwägerin schwärmen währenddessen vom
Steinbach-Bier, das sie heuer zum ersten Mal probiert
haben, und sind vom Familientag begeistert: "Mit
drei Kindern ist das eine gute Gelegenheit für den
Berg-Besuch. Die verbilligten Fahrpreise muß man schon
ausnützen."
Dieser Besucher bezeichnet sich als echten Erlanger Opa,
der jeden Tag mit seinem Enkel auf den Berg geht.
"Aber am Familientag fahren wir nie Karussell!"
sagt er. "Denn die Fahrt dauert doch nur halb so
lang, wenn sie nur halb soviel kostet, und das ist uns
einfach zu kurz." Trost für die Schausteller: Man
kann es halt nicht allen gleichzeitig recht machen...
Mir ist das alles egal,
meine Flasche ist immer gleich teuer.
|

 |